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Rohrsysteme aus PE 80 und PE 100


Allgemeine Eigenschaften von Polyethylen

Durch die permanente Weiterentwicklung der PE-Formmassen in den letzten Jahren wurde die Leistungsfähigkeit von PE-Rohren und Formteilen erheblich verbessert. Polyethylen wird seit einigen Jahren nicht mehr nach der Dichte eingeteilt (PELD, PEMD, PEHD), sondern nach Festigkeitsklassen gemäß ISO 9080 eingestuft (PE63, PE80, PE 100). Die bisher als PEHD bezeichneten Formmassen sind heute bis auf wenige Ausnahmen, die technisch keine Bedeutung mehr besitzen, als PE 80 eingestuft. Im Vergleich zu anderen Thermoplasten weist PE eine ausgezeichnete Diffusionsbeständigkeit auf und wird daher seit vielen Jahren für den sicheren Transport von Gasen verwendet. Weitere wesentliche Vorteile dieses schwarz eingefärbten Materiales sind die UV-Stabilität und die Flexibilität des Werkstoffes.

PE 100

Diese Materialien werden auch als Polyethylentypen der dritten Generation bzw. auch als MRS 10 Materialien bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine Weiterentwicklung der PEMaterialien, die durch ein modifiziertes Polymerisationsverfahren ein geänderte Molmassenverteilung aufweisen. Dadurch haben PE 100 Typen eine höhere Dichte und auch verbesserte mechanische Eigenschaften wie eine erhöhte Steifigkeit und Härte. Die Zeitstandfestigkeit sowie der Widerstand gegen langsame und schnelle Rißfortpflanzung konnten deutlich verbessert werden. Somit eignet sich dieses Material z.B. für die Herstellung von Druckrohren größerer Dimensionen, da im Vergleich zu den herkömmlichen Druckrohren aus PE mit geringeren Wanddickendie entsprechende Druckstufe erreicht wird.

Verhalten bei Strahlenbelastung

Rohre aus Polyethylen können grundsätzlich im Bereich energiereicher Strahlung eingesetzt werden. So haben sich Rohre aus PE seit vielen Jahren zur Ableitung radioaktiver Abwässer aus heißen Laboratorien und als Kühlwasserleitungen in der Kernenergietechnik bewährt. Die üblichen radioaktiven Abwässer enthalten Beta- und Gammastrahlen. PE-Rohrleitungen werden selbst nach jahrelangem Einsatz nicht radioaktiv. Auch in Umgebung höherer Aktivitäten werden Rohre aus PE nicht geschädigt, wenn sie während ihrer gesamten Betriebszeit keine größere, gleichmäßig verteilte Strahlendosis als104 Gray erhalten.

Physiologische Unbedenklichkeit

Polyethylen entspricht in seiner Zusammensetzung den einschlägigen lebensmittelrechtlichen Bestimmungen (nach BGA und KTW-Richtlinien). Weiterhin sind die PE-Rohre und -Formteile auf Trinkwassertauglichkeit überprüft und zugelassen.

Chemische Beständigkeit

Infolge seiner unpolaren Struktur weist PE eine ungewöhnlich hohe Beständigkeit gegenüber einer Vielzahl von Säuren und Laugen auf. Es ist widerstandsfähig gegen wässrige Lösungen von Salzen, gegen nicht oxidierende Säuren und Alkalien. Bis 60°C ist PE gegen viele Lösungsmittel beständig, wird jedoch von aromatischen und halogenierten Fetten und Wachsen angequollen. Gegen starke Oxidationsmittel wie Salpetersäure, Ozon, Oleum, Wasserstoffperoxid oder Halogene ist PE bedingt bis nicht widerstandsfähig. Die chemische Beständigkeitsliste in diesem Katalog gilt als erster Hinweis. Konkrete Anwendungsfälle können mit unserer technischen Abteilung geklärt werden.


Zertifikat SVGW Zulassung Gas 2007/08

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